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Fernunterricht

23.01.2021

Auch online ist es möglich: Combi-Unterricht an der DSP

Die Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen brachten viel Neues in den Schulalltag. Das Wichtigste, was wir an der Deutschen Schule St. Petersburg aus dieser schwierigen Zeit gelernt haben, war die Fähigkeit, den unterricht für die Schüler in der Quarantäne online und flexibel durchzuführen, egal, wo sie sich gerade auf der Welt befinden.

Hygienekonzept an der DSP

Das Schuljahr an der Deutschen Schule St. Petersburg hat Ende August begonnen und seither wurde der Präsenzunterricht keinen einzigen Tag unterbrochen, außer in Einzelfällen, wenn betroffene Klassen kurzzeitig in Quarantäne gingen. Seit Beginn des Schuljahres sind an unserer Schule insgesamt 5 Mal Klassen vorübergehend nach Hause geschickt worden, wobei eine Klasse zweimal unter Quarantäne gestellt wurde.

»Nachdem wir im März 2020 unseren Unterricht sehr schnell umstrukturiert und diesen über Zoom und Nerdl organisiert hatten, fällt es uns heute nicht mehr schwer, Schülerinnen und Schüler über Zoom zum Präsenzunterricht zu schalten oder auch digital per Fernunterricht zu beschulen. So haben alle die Möglichkeit, am Unterricht teilzunehmen, die Lerninhalte zu verfolgen und miteinander zu kommunizieren. Die Kehrseite der Medaille ist, dass der persönliche Kontakt fehlt. Für Schülerinnen und Schüler, die über eine längere Zeit nicht am Präsenzunterricht teilnehmen können, ist dies eine Herausforderung, besonders auf der sozialen Ebene«, sagte die Schulleiterin der DSP Silvana Stapel.

Um den Lernprozess und die Kommunikation mit den Schülern aufrechtzuerhalten, mussten wir die neuen Prinzipien des kombinierten Unterrichts – sowohl für ganze Klassen als auch für einzelne Schüler – in kurzer Zeit erarbeiten.

Online-Unterricht für die ganze Klasse

Wenn eine ganze Klasse unter Quarantäne steht, führen die Lehrer sowohl in der Grundschule als auch in der Sekundarstufe die meisten Unterrichtsstunden in Zoom für die Schüler durch und geben auch Aufgaben zur selbstständigen Arbeit heraus. Die jüngeren Klassenstufen erhalten diese Aufgaben per Google Drive, die älteren über die Plattform „MS Teams“. Dies hilft, das Tempo des Unterrichts so weit wie möglich beizubehalten.

Um den Unterricht in Zoom durchführen zu können, wurde jedes Klassenzimmer mit der notwendigen Technik ausge-stattet. Die Lehrer leiten den Unterricht von der Schule aus. Die meisten von ihnen sind in vielen Klassen eingebunden und können an einem Tag sowohl Online- als auch Offline-Unterricht anbieten.

Natürlich können nicht alle Stunden des Stundenplans in Zoom übertragen werden. So viel Zeit vor einem Bildschirm zu sitzen, ist völlig ineffektiv und ungesund für Kinder. Die Kinder hatten deshalb während der Quarantänezeit jeden Tag 3 bis 4 Unterrichtsstunden in Zoom. Leider mussten wir auf den Online-Sport- und Kunstunterricht verzichten. Einige Stunden, bei denen eine Aufteilung in mehrere Gruppen vorgesehen ist, entfallen dabei leider. Laut Walter Friesen, dem stellvertretenden Schulleiter, ist der Aufbau des Online-Stundenplanes immer eine pädagogische Entscheidung, die die Klassensituation angemessen berücksichtigt.

Combi-Unterricht für einzelne Schüler

Die selektive Quarantäne für einen oder mehrere Schüler basiert auf einem anderen Modell. Da die Kombination von Online- und Offline-Formaten in einer Unterrichtsstunde eine zu große Belastung für den Lehrer und eine unnötige Ablenkung für die Schüler darstellt, haben wir Live-Unterricht in der Grundschule abgesagt. Die Schüler der Klassen 1 bis 4 machen während der Quarantäne ihre eigenen Hausaufgaben und üben mit Unterrichtsmaterialien, die die Lehrer auf Google Drive hochladen.

In der Sekundarstufe können sich die Quarantäne-Schüler über Zoom zu fast allen Unterrichtsstunden dazuschalten. Alle Klassenräume und der größte Teil der Fachräume sind nun mit der notwendigen Technik ausgestattet. Die Hausaufgaben erhalten die Kinder über „MS Teams“.

Die erste Schülerin, die dieses System ausprobiert hat, ist eine Neuntklässlerin, die aufgrund der Grenzschließungen noch nicht aus der EU nach Russland einreisen konnte. Seit 5 Monaten lernt und kommuniziert sie mit ihren Freunden online.

Hybridunterricht: Wie groß ist der Verlust?

»Sofern die Schülerinnen und Schüler regelmäßig über Zoom am Unterricht teilnehmen und alle Aufgaben kontinuierlich, nun über MS-Teams, eingestellt werden, ist der Lernfortschritt gegeben. Allerdings erfordert diese Form des Unterrichts ein hohes Maß an Selbstständigkeit, Eigenverantwortung und Motivation, da man nicht unmittelbar Teil einer Gruppe ist und die Aufgaben zu einem großen Teil allein erledigen muss. Die Schü-lerinnen und Schüler sind mittlerweile jedoch soweit geschult und motiviert, die Aufgabe digital und aus der Ferne zusammen zu erledigen, dass sie sich oft von zu Hause zum Lernen miteinander verbinden. Der Präsenzunterricht ist jedoch kaum zu ersetzen«, sagte Silvana Stapel.

Im Moment ist der Wechsel zwischen Online- und Offlineformaten jedoch die einzige und hoffentlich beste Lösung. Unsere Erfahrung zeigt, dass es funktionieren kann, wenn man flexibel und offen für die Neuerungen bleibt.

Daria Illarionova

PR- und Marketingbeauftragte der DS Sankt Petersburg

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