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Fernunterricht

04.06.2020

Vom Erzieher zum Youtuber

12 Wochen ohne Kita sind eine große Herausforderung für unsere Kinder, viele Eltern und auch für uns. Wir vermissen uns gegenseitig. Um es besser zu bewältigen, hat unser Kindergartenteam nach anfänglicher Anpassung an die Situation viele Ideen ausgetauscht. Der Grundgedanke war es, die Familien in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen und die Bindung der Kinder zu ihren Erziehern und den Freunden aufrechtzuerhalten. Das Ganze stellte sich aber auch für uns als ein großes Experiment heraus, wo wir als Erzieher plötzlich zu einer Art YouTubern wurden.

Woran arbeiten wir? Unser Team produziert nun täglich Audio- und Video-Inhalte für die Kita-Kinder von Zuhause und verteilt diese per WhatsApp und E-Mail. Der Online Morgenkreis in Zoom findet zwei Mal pro Woche statt, für alle anderen Tage bereiten wir diesen dann per Video vor. Das ganze Kindergartenteam kümmert sich um die pädagogischen Inhalte der Lernvideos und des Morgenkreises. Entsprechend der Aufgabenteilung bin ich selber für die Erarbeitung des Morgenkreises für die Mond- und Sternengruppen und der Sprachförderung zuständig. Wir alle arbeiten jeden Tag im engsten Zusammenwirken und im ständigen Kontakt. Und was kann ich da sagen? Unser Kindergartenteam ist echt toll! Alle sind motiviert, inspiriert und verantwortungsbewusst.

Derzeit gibt es für jede Gruppe einen Morgenkreis per Video. Dieser ist ca. zehn Minuten lang und damit ein bisschen kürzer als sonst, um das Interesse der Kinder besser aufrechterhalten zu können. Alle Kinder werden mit einem Lied zum Morgenkreis begrüßt, es werden Fingerspiele gemacht und der Wochentag erklärt. Dann arbeiten wir nach einem thematischen Arbeitsplan, mit Inhalten wie z.B. „Frühling“, „Vögel“ oder „Insekten“. Jedes Thema wird auch unter lexikalischen und grammatikalischen Aspekten gründlich mit Hilfe von Bildern, Spielen und Videos unterstützt. Wenn wir uns alle in Zoom treffen, werden diese Themen dann noch einmal wiederholt und mit den Kindern gemeinsam besprochen. Auf diese Weise können uns die Kinder regelmäßig sehen und hören. Um die sprachliche Entwicklung aufrechtzuerhalten, drehen wir außerdem drei Mal pro Woche neue Videos speziell für die Sprachförderung von Deutsch und Russisch. Darin übertragen dann nicht nur unsere Stimmen, sondern vor allem auch Mimik und Gestik, was ja genau dafür besonders wichtig ist.

Insgesamt freuen wir uns aber sehr diese Videos für unsere Kita-Kinder machen zu können und damit mit unserem Kindergartenteam viele neue Ideen zur digitalen Bildung auszuprobieren. Davon werden wir auch nach der Rückkehr in den Kindergarten gut profitieren können.

…dazu ist aber die Sehnsucht auf beiden Seiten wirklich groß!

Liebe Grüße,
Svetlana Chernikova
Erzieherin

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