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15.09.2020

Corona-Combo: Online- und Offline-Formate vermischen sich an der DSP

Das, was noch im letzten September kaum vorstellbar war, ist in diesem Schuljahr unsere Realität. Die Lehrerin befindet sich in Deutschland, die Klasse macht es sich gemütlich in der Bibliothek – und trotz alledem findet der Unterricht statt! Die Einschränkungen, die mit der Pandemie verbunden sind, lehren uns, viele Aufgaben auf eine neue Art und Weise zu betrachten.

Aufgrund der Schließung der Visaabteilungen und der Konsulate konnten nicht alle unserer Lehrerkräfte zu Beginn des Schuljahres in Russland einreisen. Damit der Unterricht jedoch trotzdem wie geplant stattfinden kann, wurden an der Deutschen Schule Online- und Offline-Formate kombiniert, sodass auch Lehrkräfte aus Deutschland an der DSP unterrichten können.

Jetzt kommuniziert unsere Lehrerin Irina Lopatschenko mit den Klassen über das Zoom-Programm, erklärt den Schülerinnen und Schülern aus der Ferne das Material und gibt Aufgaben. Ein Hilfslehrer, der während der gesamten Unterrichtsstunde bei der Klasse ist, steht den Kindern jederzeit zur Verfügung.

Aus technischen Gründen haben wir beschlossen, diese Stunden in der Bibliothek abzuhalten. Ein großer Tisch, an dem sogar die größte Klasse genug Platz hat, eine riesige Leinwand mit einem Projektor und eine richtig eingestellte Tonanlage machen den Unterricht effektiv und für alle Teilnehmer angenehm.

„Meine Tochter Viktoria ist in der 4. Klasse, seit Anfang des Schuljahres besucht sie den Online-Matheunterricht über Zoom. Viktoria sagt, dass der Unterricht selbst technisch sehr gut eingerichtet ist und die Kinder alles gut hören und sehen können. Die Lehrerin reagiert sofort, wenn die Klasse Schwierigkeiten mit einem bestimmten Thema hat. Obwohl sich die Lehrkraft und die Schüler nur virtuell treffen, gelingt es ihnen, Kontakt zu knüpfen.

Als meine Tochter krank wurde und zu Hause blieb, konnte sie online am Unterricht teilnehmen. Eine solche Möglichkeit für Kinder während der Krankheit ist ein großer Vorteil. Doch weder ich, als Mutter, noch mein Kind selbst würden gerne dauerhaft Unterricht in diesem Format haben“, sagte die Mutter Ekaterina.

„Ich bin froh einen Beitrag für die Schule zu leisten und die Möglichkeit zu haben, die Kinder zu unterrichten. Allerdings muss ich sagen, dass mir der persönliche Austausch sehr fehlt. Dadurch, dass ich nicht direkt im Klassenraum sein kann, bekomme ich nicht alles mit und kann mir auch schlecht einen Eindruck von den geleisteten Arbeiten der Kinder verschaffen, da einiges durch die besondere Situation untergeht. Aufgrund meiner körperlichen Abwesenheit ist es mir zudem nicht möglich individuell jedem Kind beizustehen, da die Kontaktaufnahme erschwert wird.

Der zeitliche Aufwand ist zum Teil auch höher als beim Präsenzunterricht, weil die Inhalte didaktisch und methodisch umstrukturiert werden müssen. Außerdem finde ich es sehr schade, dass ich mit den Schülern nicht zwischendurch reden kann, sondern sich unser Kontakt lediglich auf die Vermittlung von Unterrichtsinhalten beschränkt.

Dauerhaft kann ich mir nicht vorstellen so zu unterrichten. Dafür fehlt mir der direkte Austausch mit den Schülern, Eltern und Kollegen sowie die Durchführung von verschiedenen Methoden und die Vorbereitung der Lernumgebung,“ sagte die Lehrerin Irina Lopatschenko. 

Daria Illarionova
PR- und Marketingbeauftragte

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